Gaspar Fernández (ca. 1570 bis 1629) wurde in Portugal geboren und wuchs dort zu einer Zeit auf, als Portugal unter spanischer Vormundschaft stand (Spanische Union). Schon als kleiner Junge wurde Gaspar Sänger an der Kathedrale der Stadt Évora. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1599 war er einer der wenigen Portugiesen, die die Möglichkeit hatten, in die spanischen Gebiete in der Neuen Welt zu gehen, um die Arbeit der Missionare mit seinem musikalischen Talent zu unterstützen. Diese hatten bereits die europäische Musik in diesen Regionen eingeführt. Gaspar arbeitete als Komponist, Organist, Orgelstimmer und Kapellmeister in (dem heutigen) Antigua Guatemala und Mexiko-Stadt. Eine der wichtigsten Errungenschaften in seinem Leben war die Komposition des Liederbuchs Cancionero musical. Das Buch wurde im frühen 17. Jahrhundert geschrieben und enthält 300 mehrstimmige Musikstücke. Das Liederbuch kann als eine Mischung aus verschiedenen Traditionen und Sprachen beschrieben werden. Diese Mischung umfasst Messen, Psalmen und Instrumentalstücke, vor allem aber Lieder in Spanisch, Portugiesisch, indianischen Sprachen und Mestizo-Dialekten (den Sprachen der Neuen Welt). Dadurch entstanden in der lateinamerikanischen Kultur neue musikalische Kategorien wie Negros, Guineos und Negrillas. Die Unesco hat das Buch in eine Liste des Welterbes aufgenommen. Die Unesco bezeichnet den Cancionero Musical als ein wichtiges Musikdokument über die Entstehung einer transnationalen Kultur in Südamerika.