Geboren vermutlich in Lüneburg?, gestorben am 18. Okt. 1605 ebd., Musiker und Komponist. Über Herkunft und Ausbildung von Chustrovius sind keine Informationen bekannt. Von 1577 bis zu seinem Tode war er Küster an der Lüneburger Nikolaikirche, die musikalisch der Stadthauptkirche St. Johannis unterstand. In seinen Sacrae cantiones von 1603 nannte er sich »“Musicus”« und »“Choriphaeus”« an St. Nikolai; anscheinend leitete er dort selbständig kirchenmusikalische Aufführungen.
Sein Epitaph enthält folgenden Text: (Deutsche Inschriften online)
Übersetzung:
Epitaph des Johannes Chustrovius, des Kantors und Küsters an St. Nicolai in Lüneburg. In diesem frischen Grab schläft Johannes Chustrovius, der den wahren Glauben immer geliebt hat. Er war ein durch althergebrachte Tugend und Treue herausragender Mann, Wächter dieser Kirche und hervorragender Musiker, so dass er den Gottesdienst würdig mit Figural- und mit Choralgesang bereicherte. Als der Sohn durch die todbringende Pest in Hamburg starb und die Hoffnung den Vater in seiner Erwartung täuschte, fügte diese Trauer der Seele eine unheilbare Wunde zu, so dass er plötzlich die sterbliche Hülle des Körpers verließ. Nach kurzer Zeit folgte die hochbetrübte Gattin, die mehr klagte als eine verwitwete Turteltaube, dem geliebten Kind und dem teuren Gatten nach, und schon bewohnen sie zusammen die himmlischen Gefilde. Die Körper ruhen den Würmern in der Erde zur Speise dargeboten, befreit von Schuld und allen Übeln, solange bis sie wiederbelebt bei der Ankunft des Herrn aus dem marmornen Grab auferstehen durch die Trompetensignale der Engel und mit ihren Seelen vereint in Ewigkeit leben und mit Lobgesängen den ewigen Gott preisen.
Magister Hiob Gigas der Ältere hat (dies) gedichtet im 74. Lebensjahr/im Alter von 74 (Jahren) im Jahr 1605.
Chustrovius starb am 18. Tag des Oktober in der fünften Morgenstunde im 53. Lebensjahr/im Alter von 53 (Jahren), im 27. Amtsjahr. Er wurde in der Kirche St. Nicolai bei den Stufen des nördlichen Chors begraben.