Cornelis (Kees) Kef, Komponist, Kritiker, Pianist und Chordirigent, förderte die moderne niederländische Musik und setzte sich für die Verbesserung des Repertoires von Amateurensembles ein. Der Tonkünstler studierte bei Thom Denijs und J. W. Kersbergen und anderen Pädagogen Klavier, Musiktheorie, Dirigieren und Komposition und erlernte die Kunst des Gesangs u. a. bei Frau J. Hartog-Benjamins und Guiseppe Reschiglian. Von 1923 bis 1938 arbeitete Kees Kef in Zaandam als darstellender Künstler. Fast dreißig Jahre lang war er Dirigent des Zaandamer Männerchors. Im Jahr 1938 war Kef Teil des Tastentrios De Drieklank, das aus Annie Jelsma (Violine), Kees Kef (Klavier) und Enne van Sluis (Violoncello) bestand.
Kef ließ sich später in Amsterdam nieder, wo er auch die Kriegsjahre erlebte. In dieser Zeit bestand ein großer Bedarf an Musik, und Kees Kef kam diesem Wunsch gerne nach. Von 1946 bis 1949 unterrichtete er am Muzieklyceum in Amsterdam. Neben der Kammermusik galt sein besonderes Interesse dem Gesang, insbesondere dem Chorgesang. Oft begleitete er Vokalisten am Klavier und spielte in Kammermusikensembles, aber vor allem durch seine Chorleitung und seine hochgeschätzten Kompositionen wurde Kef berühmt. Kef setzte sich unermüdlich für eine bessere Auswahl des Repertoires unter den Amateuren ein und betonte die Vielseitigkeit.
Er komponierte für Männerchor und gemischten Chor auf niederländische Texte, darunter De nar en de Spieghel auf sechs altniederländische Sprichwörter, eine Komposition von wahrhaft niederländischer Atmosphäre, ein witziges Chorwerk, dessen altniederländischer Text und Musik einen völlig homogenen Eindruck machten, und drei Chorkompositionen mit Gedichten von H. Marsman als Text. Er arrangierte auch Negro Spirituals für Männerchor. Außerdem komponierte Kef Klavierwerke und eine Sonate für Klarinette. Die Klarinettensonate in Es-Dur schrieb Kees Kef 1956 zum Andenken an Johan van Heil, den Maler und Klarinettisten, mit dem er häufig zusammenarbeitete.
Im Auftrag des Verbandsvorstandes der NVV komponierte Kees Kef ein Festlied auf einen Text von Halbo C. Kool, das dem Verband der Arbeitergesangvereine vorgelegt wurde. 1953 beauftragte die Stiftung Kunstmaand Amsterdam Kees Kef mit der Komposition von drei Chorwerken, die vom Nederlands Kamerkoor unter der Leitung von Felix de Nobel aufgeführt werden sollten.
Er nannte sie Drei Capriccios, skurrile Stücke, und verwendete dafür Texte von Paul van Ostayen. Kef verfügte über eine seltene und poetische Vorstellungskraft, die es ihm ermöglichte, mit relativ einfachen Mitteln sehr reiche Klangeffekte zu erzielen. Dass er als Mann der Praxis auch hervorragend für Chor zu schreiben verstand, verstand sich fast von selbst. So wurden die Stücke am 11. Juni 1953 mit großer Begeisterung aufgenommen. Der Komponist musste auf die Bühne kommen, um den Beifall entgegenzunehmen.
Als Musikkritiker der Tageszeitung Het Vrije Volk schätzte er vor allem Amateurgruppen von Sängern und Musikern, auf deren Gebiet er eine schier unübertroffene Kompetenz besaß.
Viele Chöre standen unter seiner Leitung, wie der Männerchor der Personalvereinigung Lux et Libertas des Algemeen Handelsblad und der A-cappella-Männerchor Amstels Werkman, den er mehr als 12 1/2 Jahre lang dirigierte. Ab 1952 leitete er den Volkszangkoor der VARA, der sich die Wiederbelebung des alten Volksliedes zum Ziel gesetzt hatte.
Kef war außerdem musikalischer Berater der Union der Amsterdamer Gesangsvereine, bekleidete einen der wichtigsten Vorstandsposten der niederländischen Dirigentenorganisation und war Mitglied des Amsterdamer Kunstrats.
Der Bariton und Opernsänger Johan Thomas war ein Schüler von Kees Kef.
Am 30. November 1961 starb Kees Kef in seiner Heimatstadt Amsterdam an den Folgen eines Herzleidens.