Thomas Fritsch, auch Thomasius Fritschius, (* 25. August 1563 in Görlitz; † vor 1620 in Breslau) war ein deutscher Geistlicher und Komponist. Thomas Fritsch war der Sohn des gleichnamigen Stadtphysicus Thomas Fritsch, Doktor der Medizin und Philosophie. Fritsch galt als „einer der vorzüglichsten Tonkünstler des 16. Jahrhunderts“. Über sein Leben und Wirken ist allerdings nicht viel bekannt, doch weiß man aus seinem Hauptwerk, dass er "magister, professus", "Kreuzherr mit dem roten Stern zu St. Matthias in Breslau" betitelt wurde, dass er als "musicus suavissimus" und auch als "vir Politica conversationis optimus" galt. Zu den vor 1600 entstsandenen Werken dürfte die 6-stimmige Messe "Jubilate Deo" gehören, der eine Motette des Orlando di Lasso-Schülers J. Reiner als Modell zugrunde liegt. Den Mittelpunkt im Schaffen von Fritsch bildet zweifellos deás erst 1620 erschienene "Novum et insigne opus musicum", dessen 119 Nummern - 115 lat., 4 deutsche Texte - nach dem Kirschjahr geordnet sind. Die überwiegend 6- (56 Stücke) und 8-stimmige Besetzung lässt vermuten, dass neben der Lasso-Nachfolge das Vorbild der venezianischen Schule, vertreten durch Hans Leo Haßler und Jacobus Gallus (Handl - vgl. dessen "opus musicum", 1586) maßgebend war.
Wikipedia und Fritz Feldmann in "Neue Deutsche Biographie" (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961,