Wolfgang Grefinger, auch Greffinger oder Gräfinger (* zwischen 1470 und 1480 wahrscheinlich in Krems; † nach 1515) war ein österreichischer Komponist, Organist und römisch-katholischer Geistlicher der frühen Renaissance.
Etwa ab 1500 wirkte Grefinger als Organist am Wiener Stephansdom. Hier unterrichtete er Luscinius, der sich ab 1505 in Wien aufhielt, in Musiktheorie und Orgelspiel. Der Komponist, der inzwischen zum Priester geweiht worden war, war ebenfalls an der Wiener Universität eingeschrieben, erreichte aber offenbar keinen akademischen Grad. Nach 1515 verliert sich Wolfgang Grefingers Spur. Es ist zwar im Jahr 1525 in Buda ein »Magister Wolffgangus« als Hoforganist von König Lajos II. erwähnt, jedoch ist völlig offen, ob es sich hier um Grefinger handelt.
Von dem Komponisten sind nur wenige Werke überliefert. Nach Ansicht der Liedforscher haben seine Tenorlieder musikhistorisch eine besondere Bedeutung, weil seine polyphonen, oft imitativen Sätze eine stilistische Brücke »zwischen den frühen lyrischen Werken von Erasmus Lapicida und den moderneren Sätzen von Arnold von Bruck« darstellen.