Jonathan Petersen wurde 1881 in Paamiut auf Grönland geboren.
Ausbildung und Karriere
Jonathan Petersen wurde 1897 an Grønlands Seminarium in Nuuk aufgenommen und schloss die dortige Ausbildung im Jahr 1903 ab. Im Folgejahr wurde er dort selbst Lehrer für Gesang, Musik und grönländische Sprache. Da sein musikalisches Talent erkannt worden war, durfte er von 1910 bis 1911 in Kopenhagen unter Johan Henrik Nebelong und Holger Prehn eine Ausbildung zum Organisten absolvieren, die er mit Auszeichnung abschloss. Nach seiner Rückkehr unterrichtete er weiter am Seminarium, wo er zahlreiche seiner Schüler beeinflusste, und war nebenher Organist in der Annaassisitta Oqaluffia. Neben der Orgel war er auch ein talentierter Cellist. 1926 vertrat er Kristoffer Lynge bei einer Sitze in Grønlands Landsråd. 1946 wurde er pensioniert. Ende seines Lebens war er Mitglied im Aufsichtsrat des Arktisk Institut. Jonathan Petersen starb 1961 im Alter von 80 Jahren in Nuuk.
Werk
Schon in jungen Jahren begann Jonathan Petersen, Kirchenlieder zu schreiben, und bereits zum 1907 erschienenen grönländischen Liederbuch trug er mit 26 Liedern bei. In späteren Ausgaben erschienen 47 weitere Lieder. Er schrieb zudem Gedichte und komponierte Melodien zu den Gedichten anderer. Er übersetzte dänische Lieder ins Grönländische, darunter die dänische Nationalhymne Der er et yndigt land, wobei seine Übersetzungen meist eher freie Übertragungen waren, die die Stimmung ihres Originals in einen grönländischen Kontext übernahmen. Er wird häufig als Brückenfigur zwischen dänischer und grönländischer Gesangslyrik angesehen. Das bedeutendste Werk Jonathan Petersens ist jedoch unumstritten die Komposition und Dichtung der Hymne Nuna asiilasooq sowie die Komposition der von Henrik Lund ursprünglich zur Melodie der schwedischen Nationalhymne Du gamla, du fria geschriebenen Hymne Nunarput utoqqarsuanngoravit. 1921 veröffentlichte er sein eigenes Liederbuch Erinarssûtit und kurz darauf auch ein Melodiebuch. Das Buch gehört zu den bedeutendsten Werken der grönländischen Literaturgeschichte und trug stark zur Schaffung eines gemeinschaftlichen grönländischen Identitätsgefühls in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei. Kein Grönländer hat jemals mehr Lieder geschrieben als Jonathan Petersen. Inhaltlich waren seine Werke vielfältig: Er pries sowohl die grönländische Natur und Tradition, schrieb aber auch über Chancen des dänischen kolonialen Einflusses auf Sprache und Lebensweise.