Lothar Kempters Vater war der Lauinger Kirchenmusiker und Seminarmusiklehrer Friedrich Kempter.[1] Auf dessen Wunsch begann er ein Studium der Jurisprudenz an der Universität München. 1868 – nachdem der Vater verstorben war – wandte er sich der Musik zu. An der Königlich Bayerischen Musikschule in München studierte er bei Hans von Bülow Ensemble, Josef Rheinberger Komposition, Franz Wüllner Chorgesang und Karl Baermann Klavier. Während seines Studiums wurde er Mitglied des AGV München im Sondershäuser Verband.[2]
Lothar Kempter (1844–1918) Komponist, Dirigent. Friedrich Alexander Lothar Kempter-Lüning (1873–1948) Musiktheorielehrer, Dirigent, Komponist. Raymond Scheuer-Kempter (1914–1995), Max Kempter (1870–1943). Grab, Friedhof Rehalp, Zürich
Grab, Friedhof Rehalp, Zürich.
1871 zog er nach Magdeburg um und wurde dort zweiter Kapellmeister des Orchesters am Magdeburger Stadttheater. Im selben Jahr heiratete er die Sängerin Caroline Leonoff. Danach sammelte er weitere drei Jahre Orchestererfahrung am Straßburger Theater. 1875 wurde er vom Aktientheater in Zürich als Kapellmeister engagiert. 1879 wurde er Leiter der Tonhallekonzerte. 1886 übernahm er für fast dreissig Jahre das Amt des Lehrers für Theorie und Komposition an der Zürcher Musikschule. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem die späteren Komponisten Othmar Schoeck und Fritz Stüssi. 1892 erhielt er das Zürcher Bürgerrecht. 1911 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich verliehen. Von 1875 bis 1915 dirigierte er das Opernorchester und leistete damit einen grossen Beitrag an die Entfaltung des Musiklebens in Zürich, insbesondere die Verbreitung und Etablierung der Musikdramen von Richard Wagner. Sein Œuvre umfasst Bühnenwerke, Festspiele, Lieder, Männerchöre, Kantaten und einige Instrumentalwerke.
Lothar Kempter war der Vater des Musiktheorielehrers, Dirigenten und Komponisten Friedrich Alexander Lothar Kempter (1873–1948) sowie der Grossvater des Schriftstellers Lothar Kempter.
Lothar Kempter fand seine letzte Ruhestätte auf dem Zürcher Friedhof Rehalp.