Carlos Patiño (Cuenca 1600 – Madrid, 5. September 1675) war ein spanischer Barockkomponist.[1]
Geboren im Jahr 1600 in Santa María del Campo Rus in der Provinz Cuenca, wurde er am 9. Oktober desselben Jahres getauft. Da er nicht der älteste Sohn von Pedro Gallego Patiño und Inés Ramírez war, wurde er für eine kirchliche Laufbahn vorgesehen. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er vermutlich im Trinitarierkloster seiner Heimatstadt. Es gibt keine Aufzeichnungen über seine Anwesenheit in der Kathedrale von Cuenca.
Patiño war Chorknabe an der Kathedrale von Sevilla, wo er bei Alonso Lobo studierte. Er heiratete 1622, doch der Tod seiner Frau im Jahr 1625 veranlasste ihn dazu, in den geistlichen Stand einzutreten. Im März 1628 wurde er Kapellmeister (*maestro de capilla*) am Real Monasterio de la Encarnación in Madrid, wo er die Nachfolge von Gabriel Díaz Bessón (1590–1638) antrat. Am 1. Januar 1634 folgte Patiño auf Mateo Romero als Kapellmeister der königlichen Kapelle. Er war der erste in Spanien geborene Kapellmeister der *Capilla Real* (der ehemaligen flämischen Kapelle). Sein Gesuch um Pensionierung im Jahr 1660 wurde abgelehnt, doch man stellte ihm zwei Assistenten zur Seite.
Der Großteil seiner geistlichen Werke ist mehrchörig angelegt. Etliche seiner weltlichen Kompositionen entstanden für Anlässe am Hof. Viele geistliche Werke gingen beim Erdbeben von Lissabon 1755 verloren, während andere in der Neuen Welt erhalten blieben.