Adamus de Ponte (auch frankophon als Adam du Pont oder Adam de Ponte sowie flämisch als Adamus de Ponta dokumentiert) war ein franco-flämischer Sänger und Komponist der Renaissance, der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wirkte. Über seine genauen Lebensdaten ist wenig bekannt, seine dokumentierte Karriere erstreckt sich jedoch über die Jahre 1563 bis 1585. Ab dem 1. September 1563 ist er als Sänger in der prestigeträchtigen kaiserlichen Hofkapelle in Wien nachgewiesen. Später zog es ihn in die heutigen Niederlande/Belgien. Am 1. März 1582 trat er eine Stelle als Succentor (Subkantor bzw. stellvertretender Chorleiter) am Kapitel von St-Jean l’Évangeliste in Lüttich an.
Musikalisch ist Adamus de Ponte vor allem durch seine geistliche Vokalpolyphonie (Motetten) greifbar. Mehrere seiner Werke wurden in bedeutenden zeitgenössischen Sammlungen gedruckt; seine Musik findet sich prominent im „Novi thesauri musici“ (Venedig, 1568), einer berühmten mehrbändigen Sammlung geistlicher Musik, die von Pietro Giovannelli zusammengestellt und im Verlag von Antonio Gardano gedruckt wurde. Zu seinen bekannten, ihm namentlich zugeschriebenen Werken gehören die 5-stimmigen Motetten „Si quis vult post me venire“ und „Ne derelinquas nos Domine pater et dominator“ sowie das 4-stimmige „Non nobis Domine sed nomini tuo“.