Alexander Utendal (* nach 1530 möglicherweise in Gent; † 7. Mai 1581 in Innsbruck) war ein franko-flämischer Komponist, Kapellmeister und Sänger der Renaissance. Über die Herkunftsfamilie und die Ausbildungszeit von Alexander Utendal ist nichts überliefert worden. Er selbst hat in einem Brief vom 15. Juli 1580 an Kurfürst August von Sachsen (1526–1586) dargelegt, dass er seit jungen Jahren dem Hause Österreich dienen würde. Brüsseler und spanische Unterlagen aus der Hofhaltung der Habsburger enthalten Hinweise auf eine nicht im Einzelnen bezeichnete Tätigkeit von Utendal im Dienst von Maria von Ungarn. Im Jahr 1564 ist er als Alt-Sänger in die neu gegründete Prager Kapelle von Erzherzog Ferdinand eingetreten; dieser verlegte die Kapelle 1566/67 nach Innsbruck und Utendal folgte dorthin. Obwohl Utendal immer wieder unter finanziellen Engpässen zu leiden hatte, hat er im Jahr 1580 eine Berufung zum Dresdener Hofkapellmeister als Nachfolger von Antonio Scandello abgelehnt. Im darauffolgenden Frühjahr ist der Komponist in Innsbruck verstorben.
Das Gesamtwerk von Alexander Utendal beinhaltet alle zu seiner Zeit aktuellen Gattungen außer dem Madrigal. In seinen Kompositionen kommen Chromatik und homophone Mehrchörigkeit nur vereinzelt vor; insbesondere in seinen geistlichen Werken hält er sich an den linear-polyphonen Stil der herkömmlichen franko-flämischen Musik. Zur Gruppe der Bußpsalm-Vertonungen hat Utendal einen bedeutsamen Beitrag geleistet. Die weltlichen Werke Utendals zeigen einen Satz, der von den Oberstimmen geprägt ist und sich in der Textbehandlung am Typ des Madrigals orientiert. In der Notenschrift hat der Komponist als einer der ersten Musiker zur Aufhebung einer Tiefalteration das heute übliche Auflösungszeichen anstelle des Kreuzes benutzt.