Ambrosius Metzger wurde am 31. Januar 1573 in Nürnberg getauft und verstarb ebenda im Dezember 1632 (begraben am 16. Dezember 1632). Sein Leben war geprägt von einem schweren gesundheitlichen Schicksal, das seine beruflichen Pläne durchkreuzte, ihn aber gleichzeitig zu einem der produktivsten Dichter seiner Zeit machte.
Er wuchs in einfachen, aber soliden Verhältnissen auf. Sein Vater, Ulrich Metzger, stammte ursprünglich aus Schwaben und verdiente sein Geld in Nürnberg als Barchentweber (Barchentweber stellten aus leinener Kette und baumwollenem Schuss ein dichtes, leichtes Gewebe mit Köperbindung her.).
Schulbildung: Ab seinem 13. Lebensjahr besuchte Ambrosius die renommierte Lateinschule von St. Sebald in Nürnberg.
Erste Berufstätigkeit: In Steyr war er zunächst ein Jahr lang als regulärer Lehrer angestellt, bevor er für anderthalb Jahre als privater Hauslehrer einer österreichischen Adelsfamilie verpflichtet wurde. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1595 kehrte er auf Umwegen nach Nürnberg zurück.
Akademische Laufbahn: Im Jahr 1600 immatrikulierte er sich an der Universität Altdorf (der Nürnberger Landesuniversität). Er studierte Theologie und schloss das Studium 1603 erfolgreich mit dem Magisterexamen ab.
Metzgers großes Lebensziel war es, Pfarrer zu werden. 1606 bewarb er sich vergeblich um eine Kaplanstelle. Ein schweres Augenleiden – eine extreme, fortschreitende Kurzsichtigkeit – machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Da er für den Pfarrdienst als gesundheitlich ungeeignet galt, wurde ihm das geistliche Amt zeitlebens verweigert: Um zu überleben, musste er 1607 eine schlechter bezahlte Stelle als „Intimus“ (Schuldiener bzw. Collaborator) am Egidien-Gymnasium in Nürnberg annehmen.
Seine Sehbehinderung verschlimmerte sich im Laufe seines Lebens so drastisch, dass er seine Lieder und Kompositionen nicht mehr selbst niederschreiben konnte. Er war in seinen späten Jahren darauf angewiesen, seine rund 3.000 Werke einem angestellten Schreibknaben zu diktieren. Mehr als 1.300 sind erhalten geblieben. Er vertonte unter anderem biblische Texte (wie den kompletten Psalter) und übertrug antike Stoffe wie Ovids Metamorphosen in das System der Meistersingertöne.
Obwohl er ab 1623 extrem intensiv Meisterlieder dichtete und eigene Töne (Melodien) komponierte, trat er aufgrund seiner Einschränkungen und wohl auch wegen seines akademischen Grades (als Magister) niemals öffentlich bei den Nürnberger Singschulen auf. Er verfasste sogar eine eigene handschriftliche Autobiografie (Curriculum vitae, datiert auf den 8. November 1629), die heute in der Stadtbibliothek Nürnberg aufbewahrt wird.