AUGUST JOSEPH NORBERT BURGMÜLLER wurde am 8. Februar 1810 in Düsseldorf als jüngster Sohn einer Musikerfamilie geboren. Der Vater August Burgmüller (1766-1824) fand nach einem Wanderleben als Theaterkapellmeister mit Stationen wie Weimar, Köln, Bonn (wo er mit Beethoven in Kontakt stand), Mainz, Düsseldorf (hier lernte er seine spätere Ehefrau Therese, geb. von Zandt, 1771-1858, kennen), Aachen und Regensburg, 1807 in Düsseldorf seinen endgültigen Wirkungskreis. Hier wurde er Städtischer Musikdirektor und gründete 1818 die Niederrheinischen Musikfeste. August Burgmüller genoss einen bedeutenden Ruf als Dirigent und Organisator, weniger als Komponist. Ebenso finden sich Zeugnisse über seine Neigung zum üppigen Leben, zur legeren Unabhängigkeit und Sorglosigkeit. Clemens von Brentano nannte ihn in einem Brief "ein verschmuztes Genie". Auch der Goethe-Freund Karl Friedrich Zelter berichtete in ähnlichem Sinne, hob aber zudem umfassende Bildung und künstlerische Autorität hervor. Seine Ehefrau Therese war eine begabte Sängerin und gesuchte Klavierlehrerin. Norbert Burgmüller gingen zwei noch in Regensburg geborene Brüder voran: Franz (1805-1834), einziger Nichtmusiker der Familie, und Friedrich (1806-1874), der nach einer Anstellung als Musiklehrer in Mühlhausen sich etwa 1834 in Paris niederliess. Hier brachte er es durch die Produktion einer kaum überschaubaren Zahl von leichten bis seichten Klavierwerken über beliebte Motive der Zeit rasch zu Popularität und Vermögen. Seine Bekanntheit gründete sich ferner auf das romantische Ballett "La Péri" und mehr noch auf seine bis in unsere Tage weithin gebräuchlichen, wertvollen Klavieretüden. Er wird gelegentlich noch mit seinen Bruder Norbert verwechselt.