Komponist italienischer Herkunft. Er machte, zum Studium der Rechtswissenschaft bestimmt, Vorstudien im Jesuitenkollegium, trat aber im Alter von 13 Jahren in das Konservatorium Sant' Onofrio zu Neapel ein, wo er sich unter Leitung von Durante, Cotumacci und Abos zum Musiker ausbilden ließ. Nachdem er zunächst eine Anzahl Messen, Oratorien, Psalmen u.s.w. geschrieben hatte, versuchte er sich in der dramatischen Komposition. Ab 1767 wurde er nach einigen erfolgreichen Opernaufführungen neben Niccoló Piccini zu den besten Komponisten Italiens gezählt. 1776 folgte er einem Ruf der Zarin Katharina II. nach Sankt Petersburg, wo er zum Kapellmeister und Inspektor der beiden Italienischen Opern ernannt wurde und bis 1784 im Dienst blieb. Für Petersburg schrieb er neun neue Opern, darunter den berühmt gewordenen "Barbier von Sevilla" (”Il Barbiere di Siviglia” ossia “L'inutile precau-zione”) nach der Komödie von Beaumarchais. Nach Italien zurückgekehrt, ließ er sich in Neapel nieder, leitete die Hofkapelle König Ferdinands IV. und blieb auch nach der Revolution 1799 auf seinem Posten. 1802 folgte er einer Aufforderung Napoleons, zur Organisierung und Leitung seiner Kapelle nach Paris überzusiedeln, kehrte dann aber bald mit den napoleonischen Herrschern Joseph Bonaparte und Joachim Murat nach Neapel zurück, weil seine Opern in Paris als “altaristokratische” Machwerke nicht gemocht wurden. Die Restauration der Bourbonenherrschaft brachte ihn aber schließlich 1815 um seine Stellung und die damit verbundenen Sonderzuwendungen. Er verstarb ein Jahr später in dürftigen Verhältnissen.