Hernando Franco (1532-1585), spanischer Komponist der Renaissance, der hauptsächlich in Guatemala und Mexiko tätig war. Er wurde in Galizuela in Spanien geboren und studierte Musik an der Kathedrale von Segovia bei Gerónimo de Espinar. Höchstwahrscheinlich zog er in den 1550ern nach Neuspanien. 1573 wurde Hernando Franco Chormeister der Scola Cantorum in der Kathedrale in Guatemala-Stadt und 1575 übernahm er dieselbe Stellung an der neuen Kathedrale in Mexiko-Stadt. (Der Vizekönig von Neuspanien [Mexiko] war gleichzeitig Generalkapitän von Guatemala; deshalb waren solche Umzüge durchaus möglich.)
Erhalten geblieben sind 20 Motetten, 16 Magnifikats und einen vierstimmiger Satz unter dem Titel „Die Klagen des Jeremias.“
Sein Stil ähnelt dem anderer zeitgenössischer spanischer Komponisten, ist jedoch mehr konservativ. Er vermeidet Chromatismus und Virtuosität, behandelt Dissonanzen vorsichtig und neigt zur Strenge. Die Stimmlage seiner Chorwerke ist beschränkt, vielleicht weil die ihm zur Verfügung stehenden Chöre der Zeit nicht den musikalischen Maßstäben Europas entsprachen. „Die Klagen des Jeremias“ zeigen den Einfluss von Cristóbal de Morales.
Franco ist der früheste bekannte Komponist Guatemalas; seine zwei Stücke im Archiv der Kathedrale von Guatemala, ein „Lumen ad revelationem“ und ein „Benedicamus Domino,“ sind die ältesten erhaltenen Handschriften dieser Gegend.