Vorhang auf?
Ein Streifzug durch die Geschichte der Opern-Ouvertüre
Die Ouvertüre gehört zur Oper wie der Spitzenton in der höchsten Sopran- oder Tenorlage. Sollte man meinen. Dabei beginnt längst nicht jede Oper mit einer Ouvertüre. Nicht nur in Verdis Rigoletto oder Bizets Carmen ist das Eröffnungsstück zu einem kurzen Vorspiel geschrumpft. Umfangreiche Ouvertüren wie zu Beethovens Fidelio, Webers Freischütz oder Rossinis Guillaume Tell erwiesen sich schon bald als Auslaufmodell. In diesem historischen Überblick geht es vor allem um den Zusammenhang zwischen musikalischer Einleitung und Bühnenhandlung. Im Brennpunkt stehen neben typischen Ouvertüren aus vier Jahrhunderten Operngeschichte charakteristische Ausnahmen wie zum Beispiel die Vorspiele zu Wagners Musikdramen, der Prolog zu Leoncavallos Pagliacci oder das Instrumentalstück für zwölf Autohupen am Beginn von Ligetis Le Grand Macabre. Schon seit der Mitte des 18. Jahrhunderts gibt es Versuche, das Eröffnungsstück dramaturgisch mit der Oper zu verknüpfen. Rameau und viele andere Komponisten sahen pantomimische Aktionen bei geöffnetem Vorhang vor lange bevor moderne Opernregie solcherlei traditionellen Ouvertüren hinzuerfinden sollte.
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Bärenreiter
Gerhard, Anselm
Buch
Hardcover
978-3-7618-2667-6
9783761826676
BVK 4047
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