Pierre Bonnet (* um 1555; † um 1615), gesicherte Wirkenszeit 1585–1600, geboren im Limousin, war ein französischer Komponist der Renaissance. Zur Zeit der Veröffentlichung seiner ersten Werke im Jahre 1585 wohnte er in Chauvigny (Poitou). Er hatte nacheinander zwei Förderer: Georges de Villequier, Berater des Königs, Gouverneur und Königlicher Statthalter in Haute und Basse Marche, bei welchem Bonnets erste Airs und Villanellen entstanden; sowie Gaspard de Rochechouart, Marquis von Mortemart, der Bonnets Werke bei sich aufführen ließ. 1588 war er Sänger bei der Königinmutter Katharina von Medici. Er wurde in den Werken J. Mégniers und des Hofdichters Jean Dorat gerühmt.
Zwei bedeutende Werke von ihm sind überliefert: "Premier livre d'airs" und "Airs et villanelles" entstanden im damals neuen homophonen und monodischen Stil. Die erste Sammlung umfasste Arrangements von Texten, die sich mit höfischer Liebe beschäftigten, komponiert für vier, fünf und sechs Stimmen. Die zweite Kollektion enthielt den neuen monodischen Stil mit einigen dialogartigen Teilen zwischen Sopran und Chor. Bonnet setzte Dissonanzen, vergleichsweise gesehen, auf eher liberale Weise ein, vor allem mit akzentuierten, vorbeigehenden Tönen.