Felix Schaepers : Diabelli-Contest 2016
Der Verfasser des Gebets reflektiert die Urfrage der Menschheit, wie es denn sein kann, dass am Anfang das Nichts war, aus dem das All durch die Allmacht Gottes hervorgegangen ist. Es geht um den Gegensatz zwischen dem Nichts und dem All des allmächtigen Gottes. Es ist beeindruckend, dass dieses Gebet gleichzeitig zu den ältesten Texten des deutschen Sprachraumes gehört.
Auf diesem Hintergrund beginnt die Komposition bewusst mit einem ganz alten musikalischen Motiv, das in etwa noch zeitgleich mit der Entstehung des Textes gedacht werden kann. Es handelt sich um den bekannten Tropus (Hymnus) "Rex caeli domine maris undisoni" aus "Musica Enchiriadis" (9.Jhd), dessen Verfasser unbekannt ist. Dieser Tropus liegt der ganzen Komposition geradezu wie ein cantus firmus zugrunde.
Um möglichst nahe am Ursprung zu sein, ist auch der Text in Originalsprache. Es wird der Gegensatz zwischen dem Anfang (dem Nichts) und dem großen Ende, dem Lobpreis auf die Allmacht des heiligen Gottes musikalisch widergespiegelt, und zwar im Sinne einer Entwicklung von einem einstimmigen Urgesang bis hin zu einem fünfstimmigen Gesang (2.Strophe). Aus der ursprünglichen Einstimmigkeit entwickelt sich die Zweistimmigkeit im Sinne eines sehr frühen Quartorganums.
Es folgt wie im Sinne der Musikgeschichte eine weitere Differenzierung des Gesangs; zunächst z. B. durch ein melismatisches Duplum (Takt 21 - 28); ab Takt 28 folgt eine Durchimitation; ab Takt 35 handelt es sich um einen polyphonen Satz mit Vorhaltsspannungen in synkopischen Bindungen. Bei all dem bleibt immer der Cantus erhalten. Ab Takt 45 bis Takt 55 (A-Dur) wird Gebrauch gemacht von deklamatorischer Ausmalung, besonders über den Worten "ufhimil" und "sunna ni scein" (Melismatik auch über "liuchta"). Der Cantus wird auch in Form des Krebses verwandt (Takt 59 bis Takt 64 im Bass).
In Takt 67 setzt eine Fuge ein, die ab Takt 78b thematisch verdichtet wird. Mit dem Einsatz der Fuge hat sich der Tonraum erweitert im Sinne eines fünfstimmigen Satzes. Weiterhin werden Deklamationen eingeflochten ("eino almamahtico cot"). Die Takte mit den Triolen sind gekennzeichnet durch entfernte Terzverwandtschaft und Annäherung an moderne Mehrklangsbildung. Letztes spielt z. B. eine besondere Rolle in den Takten 95 - 101.
In den Takten 109 bis 114 erklingt noch einmal der Cantus, und zwar fugenartig. Die erste Hälfte des Cantus wird original zitiert, die zweite in Form des Krebses. Das bewegtere Tempo (Viertel) und der fünfstimmig versetzte Einsatz des Themas soll die Mannigfaltigkeit der göttlichen Geistwesen betonen. Über allem aber waltet der heilige Gott (Schluss). Das ganze Chorlied ist als Hinführung auf diesen Höhepunkt gedacht.
Ausdruck dieser Steigerung ist zum Ende hin auch der mehrfache Gebrauch von enharmonischen Dominantmodulationen (Vergrößerung des Tonraumes).
Besondere Hinweise: Die ersten Takte können als Widerspiegelung des Nichts auch als eine Art Sprechgesang verstanden werden, bei dem die im Text genannten Negationsformen des Nichts isoliert aufgegriffen werden, und zwar als Mischung aus Althochdeutsch und Lateinisch.
Der Bass wird hier Divisi geführt, wobei das ostinate tiefe f im Bass II in Verbindung mit dem sich wiederholenden "ni" das Nichts widerspiegeln soll.
An einigen Stellen sind im Sopran wegen der hohen Lage Divisi-Töne angegeben, hier mag man wegen der Grenzwertigkeit zwischen dem oberen oder unteren Ton wählen.
Auf diesem Hintergrund beginnt die Komposition bewusst mit einem ganz alten musikalischen Motiv, das in etwa noch zeitgleich mit der Entstehung des Textes gedacht werden kann. Es handelt sich um den bekannten Tropus (Hymnus) "Rex caeli domine maris undisoni" aus "Musica Enchiriadis" (9.Jhd), dessen Verfasser unbekannt ist. Dieser Tropus liegt der ganzen Komposition geradezu wie ein cantus firmus zugrunde.
Um möglichst nahe am Ursprung zu sein, ist auch der Text in Originalsprache. Es wird der Gegensatz zwischen dem Anfang (dem Nichts) und dem großen Ende, dem Lobpreis auf die Allmacht des heiligen Gottes musikalisch widergespiegelt, und zwar im Sinne einer Entwicklung von einem einstimmigen Urgesang bis hin zu einem fünfstimmigen Gesang (2.Strophe). Aus der ursprünglichen Einstimmigkeit entwickelt sich die Zweistimmigkeit im Sinne eines sehr frühen Quartorganums.
Es folgt wie im Sinne der Musikgeschichte eine weitere Differenzierung des Gesangs; zunächst z. B. durch ein melismatisches Duplum (Takt 21 - 28); ab Takt 28 folgt eine Durchimitation; ab Takt 35 handelt es sich um einen polyphonen Satz mit Vorhaltsspannungen in synkopischen Bindungen. Bei all dem bleibt immer der Cantus erhalten. Ab Takt 45 bis Takt 55 (A-Dur) wird Gebrauch gemacht von deklamatorischer Ausmalung, besonders über den Worten "ufhimil" und "sunna ni scein" (Melismatik auch über "liuchta"). Der Cantus wird auch in Form des Krebses verwandt (Takt 59 bis Takt 64 im Bass).
In Takt 67 setzt eine Fuge ein, die ab Takt 78b thematisch verdichtet wird. Mit dem Einsatz der Fuge hat sich der Tonraum erweitert im Sinne eines fünfstimmigen Satzes. Weiterhin werden Deklamationen eingeflochten ("eino almamahtico cot"). Die Takte mit den Triolen sind gekennzeichnet durch entfernte Terzverwandtschaft und Annäherung an moderne Mehrklangsbildung. Letztes spielt z. B. eine besondere Rolle in den Takten 95 - 101.
In den Takten 109 bis 114 erklingt noch einmal der Cantus, und zwar fugenartig. Die erste Hälfte des Cantus wird original zitiert, die zweite in Form des Krebses. Das bewegtere Tempo (Viertel) und der fünfstimmig versetzte Einsatz des Themas soll die Mannigfaltigkeit der göttlichen Geistwesen betonen. Über allem aber waltet der heilige Gott (Schluss). Das ganze Chorlied ist als Hinführung auf diesen Höhepunkt gedacht.
Ausdruck dieser Steigerung ist zum Ende hin auch der mehrfache Gebrauch von enharmonischen Dominantmodulationen (Vergrößerung des Tonraumes).
Besondere Hinweise: Die ersten Takte können als Widerspiegelung des Nichts auch als eine Art Sprechgesang verstanden werden, bei dem die im Text genannten Negationsformen des Nichts isoliert aufgegriffen werden, und zwar als Mischung aus Althochdeutsch und Lateinisch.
Der Bass wird hier Divisi geführt, wobei das ostinate tiefe f im Bass II in Verbindung mit dem sich wiederholenden "ni" das Nichts widerspiegeln soll.
An einigen Stellen sind im Sopran wegen der hohen Lage Divisi-Töne angegeben, hier mag man wegen der Grenzwertigkeit zwischen dem oberen oder unteren Ton wählen.
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| Época/Estilos: | Música viva |
| Tema: | Concurso |
| Categoría: | |
| Dificultad: | Mediana |
| Ejecución: | La ejecución de la obra es libre (GEMA, SUISA, AKM etc.) |
| Instrumentación: |
Coro mixto a capella
Coro>SATB
|
| Idioma del texto: | Latín |
| Número de páginas: | 18 |
| Contribución de: | Legato1 |
| Visitas: | 5226 |



