Anton Beer-Walbrunn erblickte am 29. Juni 1864 in Kohlberg im Haus Nummer 21 a, heute Weidner Straße 2, das Licht der Welt und verstarb am 22. März 1929. Sein Vater Anton Beer (Jahrgang 1825) war von 1855 bis 1866 als katholischer Lehrer der Marktgemeinde und als Kantor an der damals noch simultanen Nikolauskirche tätig. Der Name der Mutter (Jahrgang 1828) lautete Margareta, ihr Geburtsname Walbrunn. Der musikalische Eindruck, den, die früh verstarb, bei ihrem Sohn hinterlassen hatte, führte dazu, dass sich dieser im Jahre 1904 im Gedenken an seine Mutter den Doppelnamen Beer-Walbrunn gab. Im Anschluss an die Zeit in Kohlberg zog die Familie ins benachbarte Mantel um, später ließ man sich in Neukirchen-Balbini nieder. In Mantel erhielt der erst fünfjährige Anton Klavier- und Orgelunterricht beim Vater, so dass er schon frühzeitig den Kirchendienst in der Gemeinde versehen konnte. Seine Ausbildung war auf das Lehramt zugeschnitten und er besuchte das Seminar in Amberg. Auf der Grundlage einer vorzüglich bestandenen Abschlussprüfung und der Fürsprache des Eichstätter Domkapellmeisters Wilhelm Widmann durfte die Ausbildung um weitere drei Jahre mit einem Studium an der Münchner Akademie der Tonkunst bei Joseph Rheinberger erweitert werden. Es folgte eine längere Zeit der freischöpferischen Arbeit. Dabei durfte sich der Komponist der nachdrücklichen Förderung durch Mäzen Adolf Graf von Schack erfreuen. Während dieser schöpferischen Phase entstanden Orgel-, Klavier-, Kammer- und Orchestermusikstücke. Für die Zeit des Komponierens galt für Beer-Walbrunn nach überlieferten Kommentaren der Grundsatz, „Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande“. Als Komponist, der zwar in romantischer Tradition wurzelte, sich aber auch fortschrittlichen Tendenzen um dem vorherrschenden Zeitgeist keineswegs verweigerte, hat man ihn in seiner bayerischen Heimat allenfalls reserviert zur Kenntnis genommen. Beer-Walbrunn komponierte unter anderem Lieder und Chormusikstücke, beispielsweise die "Shakespeare-Sonette" oder auch mehrere Opern mit den Titeln "Die Sühne", "Don Quijote", "Das Ungeheuer" und "Der Sturm". Viele seiner Werke erhielten nie die Würdigung, die er sich erhofft hatte. Dies ist verschiedenen zeitgenössischen Quellen zu entnehmen.
Weit mehr Renommee erntete Beer-Walbrunn in seiner Eigenschaft als Musikpädagoge. Kurz nach der Jahrhundertwende, im Jahr 1901, wurde er als Lehrer für Komposition, Kontrapunkt, Harmonielehre und Klavier an die Münchener Akademie für Tonkunst berufen. Die Ernennung zum Professor fand 1911 statt. Mit sprichwörtlicher Gewissenhaftigkeit erfüllte er seine Aufgabe, die ihm gerade in jenen bewegten Zeiten tiefgreifender stilistischer Wandlungsprozesse ein Höchstmaß an künstlerischer, geistiger und menschlicher Überlegenheit abforderte.
Zu seinen Schülern, die nachhaltig von seinem Wirken profitierten, zählten berühmte Komponisten wie Wilhelm Furtwängler, Fritz Büchtger oder Carl Orff. Orff sagte beispielsweise über Anton Beer-Walbrunn: „Er war ein sehr bemühter und ungemein liebenswürdiger Lehrer, eine Spitzweg-Figur mit viel Selbstironie, ein Meister alter Schule mit großem Können und Wissen“. Weitere prominente Schüler waren Alfred Einstein, Eugen Schmitz oder Heinz Pauels. Am 22. März 1929, kurz vor seiner Pensionierung, schloss der gebürtige Kohlberger Anton Beer-Walbrunn als hochangesehener Musikpädagoge und kreativer Komponist in München die Augen, verbittert über die geringe Beachtung seiner dramatischen Werke und ohne die überregionale Berühmtheit zu erlangen, die er sich zeitlebens erhofft hatte. Die Stadt München hat das Andenken bewahrt in dem es eine Straße in Obermenzing nach ihm benannte. In seiner Oberpfälzer Heimat ist der Künstler und Lehrer eher unbekannt geblieben.