HEINRICH MARQUARDT, mein Großvater mütterlicherseits, geboren am 4. März 1896 in Bremen und gestorben am 6. April 1987 ebenda, hatte eigentlich mit der Musik "nichts am Hut gehabt." Von Beruf war er Bankprokurist, und sein Metier waren Handel und Finanzen. Mit der Musik hatte er sich nie aktiv beschäftigt, sie allerdings im Radio, Fernsehen und bei Konzerten angehört und auch genossen. Notenschrift hatte er ebenfalls nicht beherrscht, aber trotzdem als Junge ein kleines Liedchen in einer von ihm selbst erdachten Phantasiesprache "komponiert", welches er deswegen nie aufgeschrieben, aber mir persönlich vorgesungen und den Text diktiert hatte, als ich selbst noch ein kleiner Junge war. Damals war ich ebenfalls nicht in Musik und viel weniger in Notenschrift bewandert, aber beides, Text und Melodie waren noch in meinem Gedächtnis haftengeblieben. So war es mir möglich gewesen, erst viel später, schon als erwachsener Mann, auch die Melodie aufzuschreiben, welche ich dann zum Text in vierstimmiger Harmonie ausgesetzt hatte. Dann wurde das Stück noch weiter ausgearbeitet, erweitert und für Salsa-Band mit Singstimmen instrumentiert. Leider hatte mein Großvater es versäumt, mir die Übersetzung dieses Phantasieliedes mitzuteilen, welches er sich als zu einem wilden exotischen Stamm gehörig vorgestellt hatte. Ich selbst war damals nicht geistesgegenwärtig genug gewesen, ihn danach zu fragen. Jetzt kann ich das nicht mehr, denn seit dem 6. April 1987 nimmt mein Opa keine Arzttermine wahr und gibt sich auch sonst nicht mit den Kinkerlitzchen dieser Welt ab. So müssen sich die Zuhörer eben damit zufriedengeben, was ihnen vorgesetzt wird. Michael Drewes