Sebastian Virdung (* um 1465 in Amberg, Oberpfalz; † nach 1511) war ein deutscher Sänger, Komponist und Musiktheoretiker. Er wurde 1483 in Heidelberg immatrikuliert und wirkte von 1483 bis 1505 in der dortigen Hofkantorei. Während dieser Zeit (1489) wurde er Pfarrer in Lengenfeld (Velburg). Von 1500 bis 1507 versah er den Dienst in der Kaplanei der Burg Stahleck bei Bacharach. 1507 bis 1509 war Virdung Altist und Praeceptor am Münster zu Konstanz, das er 1508 verließ. 1510 hielt er sich während des Reichstags in Augsburg auf. 1511 erschien seine musiktheoretische Schrift in Basel unter dem Titel "Musica getutscht vnd ausgezogen durch Sebastianum Virdung, Priesters von Arenburg vnd alles Gesang auss den noten in tabulaturen dieser benamten dreyer instrumenten, der Orgelen vnd der Lauten, der Flöten, transferiren zu lernen. Kürzlich gemacht zu ehren der hochwürdigsten hochgebornen Fürsten und Herren: Herr Wilhlemen Bischove zu Strassburg seinem gnädigen Herren". Danach ist über sein Leben nichts mehr überliefert.
Bis auf vier deutsche Lieder Virdungs in Peter Schöffers "Teutschen Liedern mit 4 Stimmen" (1513, No. 48, 49, 52 und 54) ist über sein kompositorisches Schaffen nichts bekannt.