Wilhelm Peterson-Berger (geboren 27. Februar 1867 in Äskja gård, Ullånger; gestorben 3. Dezember 1942 in Östersund) war ein schwedischer Komponist und Musikkritiker.
Die ersten musikalischen Eindrücke erhielt Peterson-Berger als Kind von seiner Mutter, die als begabte Pianistin Beethoven und Chopin spielte. Diese prägten sich ihm derart tief ein, dass er sie später in seinen Klavierstücken „Fyra Danspoem“ verarbeitete. Mit 18 Jahren begab sich Peterson-Berger 1885 nach Stockholm, um dort das Konservatorium zu besuchen. Hier studierte er unter anderem Komposition bei Joseph Dente, einem Schüler von Franz Berwald. Einen tiefen Eindruck hinterließ die Aufführung von Richard Wagners „Meistersingern“ im April 1887 in Stockholm. Peterson-Berger beschäftigte sich seit seiner Schulzeit mit Wagner. Wagner war für ihn nicht nur ein Musiker, sondern eine kulturelle Erscheinung. Peterson-Berger übersetzte später einzelne von Wagners Schriften ins Schwedische.
Mit 21 Jahren legte Peterson-Berger 1888 seine Prüfung am Konservatorium ab und begab sich zu einem Studienaufenthalt nach Dresden. Zwei Jahre später kehrte er nach Schweden zurück und unterrichtete in Umeå in Västerbotten (Norrland) Musik. Bereits ein Jahr zuvor hatte er während eines Sommeraufenthaltes die Landschaft Jämtlands (Norrland) kennengelernt, die für sein weiteres Leben und Schaffen bestimmend werden sollte. Die Natur und Landschaft Jämtlands wurden ihm zu Inspirationsquellen seiner Musik (so etwa in den Klavierstücken „Frösöblomster“ und in seiner Oper „Arnljot“). Das Freiluftleben und mehrwöchige Wandertouren durch die nördlichen schwedischen Landschaften wurden für Peterson-Berger eine wichtige Erholung, ein Rückzug von der Zivilisation. Peterson-Berger schrieb über seine Wanderungen in den Jahrbüchern der Svenska Turistföreningen. Direkte Anknüpfung an Wandererlebnisse hat auch der Zyklus „En Fjällfärd“ (Eine Bergwanderung) für Männerchor von 1893, den er selbst dichtete.
Lange hielt es Peterson-Berger aber nicht in Umeå: Mit 25 Jahren (1892) wurde Peterson-Berger als Musiklehrer nach Dresden berufen. Doch konnte ihn Dresden nicht wirklich fesseln. Nach nur zwei Jahren kehrte er nach Schweden zurück und ließ sich ein Jahr später in Stockholm nieder. Hier begann er, mittlerweile 29 Jahre alt, einen seiner folgenschwersten Schritte: Er wurde Musikkritiker der bedeutenden schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter. Seine Kritiken mit dem Kürzel P.-B. wurden bald zu den gefürchtetsten im ganzen Land. P.-B. schuf sich mit seiner schonungslosen Forderung nach Wahrheit und Einfachheit, seiner Ablehnung alles Künstlichen und Gekünstelten lebenslange Feinde und wurde im schwedischen Musikleben eine zunehmend isolierte Persönlichkeit.
Peterson-Berger hat neben seinen Kritiken auch zahlreiche Schriften publiziert, die auch heute noch lesenswert sind, insbesondere seine Analyse der „kulturellen Erscheinung“ Richard Wagners. Die zunehmende Isolation fand auch in den äußeren Lebensumständen ihren Ausdruck, als sich Peterson-Berger mit 43 Jahren (1910) auf Frösön, einer Insel im Storsjön in Jämtland bei Östersund, ein Stück Land kaufte, auf dem er sich vier Jahre später inmitten der unverdorbenen Landschaft ein Haus baute – mit Blick auf den Oviksfjället, einen seiner Lieblingsberge. Hier starb er 1942, im Alter von 75 Jahren.
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